Nachhaltigkeit : Spartipps

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Dr. Karl de Molina

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Spartipps

Zusammenfassung

Fahrzeugauswahl:

Motor: kleiner Motor mit direkter Einspritzung und energiesparenden Maßnahmen.

Getriebe: modernes 6 bis 7 Ganggetriebe.

Karosserie: so groß wie nötig, so klein wie möglich und windschnittig.

Antriebe: Vorder- oder Standardantrieb reicht meistens aus. Allrad ist nicht immer nötig.

Fahrwerk: keine Breitreifen. Tieferlegung wünschenswert.


Fahrzeugkonditionierung
:

Aerodynamik

  • Gepäckträger nur dann montieren, wenn er gebraucht wird. Kein leerer Gepäckträger auf dem Dach!
  • Geschlossene Gepäckträger sind vorzuziehen.
  • Keine längere Fahrt mit offenen Fenstern. Diese nur für kurzen Durchzug öffnen.
  • Schiebedach nur im Aufklappmodus (auf Autobahn)

Rollwiderstand:

  • Reifenluftdruck 0.1 bis 0.2 bar oberhalb der Standardwerte. Dadurch können sie bei Autobahnfahrten bis zum 1 Liter / 100 km sparen.
  • Fahren Sie mit Winterreifen nur im Winter. Diese verursachen einen Mehrverbrauch.
  • Normalreifen sind Breitreifen vorzuziehen.

Klimaanlage:

  • Parken Sie das Auto im Schatten,
  • Lassen Sie die Fenster oder Schiebedach im geparkten Auto teilweise offen
  • Benutzen Sie eine Schutzfolie für die Frontscheibe
  • Benutzen Sie die solargetriebene Belüftung (falls vorhanden)
  • Legen Sie ein Handtuch auf dem Fahrersitz

Licht: Lichtautomatik verwenden. Wenn nicht vorhanden, Licht nur dann einschalten, wenn dies notwendig ist.

Heizung: Elektrische bzw. Standheizungen nur in maßen verwenden.

Motortemperatur: fahren Sie beim kalten Motor niedertourig mit niedriger Motorlast. Lassen Sie den Motor kommen!


Fahrstil
:

Navigationssystem: ein Navigationssystem ist für eine zeit- und verbrauchsorientierte Fahrweise sehr hilfreich.

Assistenzsysteme: Benutzen Sie auf Autobahn einen Tempomat bzw. einen Abstandsregeltempomat (wenn vorhanden).

Fahrtziele: legen Sie sich vor jeder Fahrt einen Zielverbrauch und eine Wunschgeschwindigkeit fest. Fahren Sie Ihren Rhythmus.

Aufwärmphase: Die Warm-up Phase auf der Autobahn nicht kürzer als 30 km gestalten. Warten bis der Motor kommt.

Beschleunigen: beschleunigen in maßen und nur bedarfsgerecht. Fahren Sie gleichmäßig. Halten Sie Abstand zum Vordermann.

Stauverhalten:

  • Fahren Sie zeitlich und räumlich anders als die Anderen (soweit möglich).
  • Informieren Sie sich über das Verkehrsaufkommen vor der Abfahrt.
  • Fahren Sie immer mit eingeschalteten Navigationssystem auch wenn Sie die Strecke kennen. Dadurch erhalten Sie streckenspezifische Verkehrsinformationen.

Fahrrhythmus:

  • Fahren Sie wie Sie leben: dynamisch, ruhig, bedächtig. Bleiben Sie sich treu.
  • Halten Sie Abstand zum Vordermann und gehen Sie prädiktiv vom Gas.
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Einführung

Dank des Autos kam die Menschheit im 20. Jahrhundert in den Genuss der individuellen Mobilität in einem bis dahin unbekannten Ausmaß. Mobilität ist ein Gut. Dieses wollen wir erhalten. Dafür sind jedoch Anpassungen an der Gestaltung der Mobilität notwendig.

FTronik will einen Beitrag zum Erhalt der Mobilität leisten. Wodurch?

  • Die Fahrzeuge der FTronik stoßen keinen CO2 und dies bei voller Fahrdynamik.
  • Mit dem ecoTraining lernt der ecoFahrer die Mobilität verbrauchsgünstig gestalten.
  • Mit dem ecoAuto können Automobilhersteller und Zulieferer ihre verbrauchsarme Technologie kundenwirksam präsentieren.
  • FTronik erteilt Spartipps aufgrund der gesammelten Erfahrung an realen Fahrzeugen und am ecoAuto.

Die Spartipps lassen sich in drei Kategorien unterteilen:

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Fahrzeugauswahl

Fahrzeugauswahl

Die Fahrzeugauswahl wird bei der Anschaffung als Neu- oder Gebrauchtwagen getroffen. Es muss klar sein, dass die Fahrzeugauswahl u.a. den späteren Verbrauch beeinflusst.


1. Motor:

Der Motor beeinflusst maßgeblich den Verbrauch. Dies durch u.a. die Größe (Hubraum und Zylinderzahl) d.h. durch die dafür notwendige Energie, die mechanischen Teile in Bewegung zu setzen und zu halten. Darüber hinaus stellt ein großer Motor zumeist mehr Leistung zur Verfügung, die abgerufen werden kann. Dies führt zu einem größeren Verbrauch.

Die Automobilindustrie hat dies erkannt. Sie bietet heute kleinere Motoren, die teilweise noch mehr leisten (Downsizing). Dafür sind der Energieaufwand für die Bewegung der mechanischen Teile sowie deren Reibung deutlich geringer.

Nicht nur die Motorgröße, auch der Motortyp und dessen Technologie sind auch entscheidend: Otto mit Direkteinspritzung, Doppelvanos, Start-Stopp-Automatik, Diesel (Direkteinspritzung der 3. Generation), um nur einige zu nennen.

Die Auswahl des Motors sollte sich am Fahrprofil orientieren. Für die Stadt ist ein kleiner Motor zu favorisieren, für die Autobahn ist eine größere Motorisierung vorzuziehen.

Empfehlung: kleiner Motor mit direkter Einspritzung und energiesparenden Maßnahmen.


2. Getriebe:

Ein Getriebe mit 6 oder 7 Gängen ist vorzuziehen. Langübersetzte Gänge helfen den Verbrauch auf Autobahnfahrten erheblich reduzieren, weil diese die Drehzahl senken. Die Drehzahl darf nicht beliebig niedrig gehalten werden. Der Motor braucht einen minimalen Drehzahl. Diese ist motorspezifisch.

FTronik rät dazu, ein Drehzahlband individuell festzulegen. Dieses Band orientiert sich an der Motorisierung (Otto bzw. Diesel), an der Motortemperatur und am Fahrstil.

Als Richtwert für die Fahrt- und Beschleunigungsphase auf Landstraße und Autobahn schlägt FTronik vor:

  Unterer Wert Oberer Wert
Otto 3.000 U/min 5.000 U/min
Diesel 2.000 U/min 4.000 U/min

Diese Werte können im Stadt- und Schubverkehr unterschritten werden.

Moderne Verbrennungsmotoren sind sehr breitbandig, insbesondere die Ottomotoren. Hinsichtlich Verbrennung, Motordrehschwingung und Motorbelastung werden die o.g. Drehzahlbänder empfohlen.

Am Ende einer längeren Strecke, z.B. ab 70 km, wird empfohlen bis zum Ende der Motordrehzahl für ca. 5 km zu fahren. Dies dient der Entfaltung der Motorleistung.

Empfehlung: modernes 6 bis 7 Ganggetriebe.


3. Karosserie:

Die Karosserieform und –größe beeinflussen die Aerodynamik und das Fahrzeuggewicht maßgeblich. Ein Geländefahrzeug hat eine größere Stirnfläche, physikalisch bedingt einen schlechteren Luftwiderstandsbeiwert und funktionsbedingt ein höheres Gewicht.

Neben der Motorisierung beeinflusst die Karosserie den Kraftstoffverbrauch in großem Umfang. Da in unserer Gesellschaft die Größe der Fahrzeugs (der Karosserie) den Status symbolisiert, wird gern eine große Karosserie gewählt. Die Konsequenzen hinsichtlich des Verbrauchs müssen jedoch klar sein. Hier gehört eine Portion Mut zum Realitätssinn bzw. zum Understatement. Lieber eine kleinere Karosse und dafür einen besseren Motor, als nur „viel Blech“.

Während der Motor nur dann viel verbraucht, wenn er viel leistet, „verbraucht“ die Karosserie immer! Diese lässt sich nicht abschalten, wie beim Motor z.B. im Schubbetrieb.

Moderne Limousinen verfügen über aerodynamisch optimierte Formen und Komponenten. Gelände Fahrzeuge oder Cabrios sind hier deutlich im Nachteil.

Empfehlung: so groß wie nötig, so klein wie möglich und windschnittig, z.B. kleine Limousine.


4. Antrieb:

Allrad fahren ist ein Genuss. Dies behaupten (fast) alle, die einen permanenten Allrad fahren. Die Vorteile lassen sich leicht aufzählen: Fahrdynamik (Lastwechselreaktion), Grip in (fast) jeder Fahrsituation, keine durchdrehende Räder (auf nasser Straße), etc.

Auch wenn moderne Allradsysteme wesentlich reibungsärmer geworden sind, ist der prinzipbedingte Mehrverbrauch hoch: ca. 1 Liter pro Hundertkilometer und Mehrgewicht zwischen 50 und 100 kg.

Allrad wird nur da empfohlen, wo hohe Steigungen und Gefälle auf winterlichen Wegen häufig zu bewältigen sind. Die Brems- bzw. Fahrstabilisierung, die der Allrad bietet, wird heute durch andere Maßnahmen wie ESP, ASR, Aktivlenkung bzw. Vector Torquering teilweise erreicht.

Empfehlung: Vorder- oder Standardantrieb reicht meistens aus. Allrad ist nicht immer nötig.


5. Fahrwerk:

Am Fahrwerk werden hier nur zwei Aspekte betrachtet:

  • Reifen
  • Tieferlegung des Fahrzeugs

Die Reifen beeinflussen den Verbrauch in nennenswertem Umfang.  Moderne Reifen sind rollwiderstandsärmer. Breitreifen sind verbrauchsintensiv, sie sehen jedoch besser aus. Hier ist ein Kompromiss zwischen Verbrauch und Aussehen empfehlenswert.

Tiefergelegte Fahrzeuge haben eine bessere Aerodynamik (und Fahrdynamik), jedoch einen schlechteren Fahrkomfort. Auch hier muss der Fahrer einen Kompromiss finden.

Empfehlung: keine Breitreifen. Tieferlegung wünschenswert.

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Fahrzeugkonditionierung

Fahrzeugkonditionierung

Ist das Fahrzeug bereits ausgewählt (Fahrzeugauswahl), dann bleiben nur zwei Einflussgrößen auf den Verbrauch: die Fahrzeugkonditionierung und der Fahrstil.

Unter Fahrzeugkonditionierung werden alle Maßnahmen verstanden, die den Verbrauch am gegebenen Fahrzeug positiv wie negativ beeinflussen.

Maßnahmen:

  • Widerstände
  • Zusatzverbraucher
  • Motortemperatur


1. Widerstände

Aerodynamik:

  • Gepäckträger: auf dem Dach & hinter dem Fahrzeug, offen, geschlossen, Form, beladen, leer
  • Fenster: auf / zu
  • Schiebedach: auf / zu

Die Aerodynamik wird im Verbrauch erst außerstädtisch wahrnehmbar und ab Autobahngeschwindigkeiten beeinflusst zum großen Teil den Verbrauch. Daher sind hier einige Regeln zu beachten.

Empfehlung

  • Gepäckträger nur dann montieren, wenn er gebraucht wird. Kein leerer Gepäckträger auf dem Dach!
  • Geschlossene Gepäckträger sind vorzuziehen.
  • Keine längere Fahrt mit offenen Fenstern. Diese nur für kurzen Durchzug öffnen.
  • Schiebedach nur im Aufklappmodus (auf Autobahn)

Rollwiderstand:

  • Reifen: Luftdruck
  • Reifenbreite: Breit-, Normal oder Schmalreifen
  • Reifentyp: Sommer- und Winterreifen


2. Zusatzverbraucher

  • Klimaanlage
  • Licht
  • Heizung (Sitz, Heckscheibe, Standheizung)

Klimaanlage

Moderne Klimaanlagen sind verbrauchsgünstiger als noch vor wenigen Jahren. Nichtsdestotrotz verursachen Klimaanlagen einen erheblichen Mehrverbrauch: bis ca. 0,5 Liter. Das heißt, Klimaanlagen sollen nur dann eingeschaltet werden, wenn energieschonende Maßnahmen nicht ausreichen.

Wie kann man den Betrieb von Klimaanlagen auf ein Minimum reduzieren?

Durch Vermeidung von Hitzestaus im Auto.

Empfehlung

  • Parken Sie das Auto im Schatten,
  • Lassen Sie die Fenster oder Schiebedach im geparkten Auto teilweise offen
  • Benutzen Sie eine Schutzfolie für die Frontscheibe
  • Benutzen Sie die solargetriebene Belüftung (falls vorhanden)
  • Legen Sie ein Handtuch auf dem Fahrersitz

Ist es trotzdem zum Hitzestau gekommen dann:

  • Öffnen aller Türen für ca. 2 min.
  • Schalten der Belüftung für ca. 2 min ein.

Bei Stadtfahrten können Sie die ersten 500 m. mit offenen Fenstern fahren. Anschließend werden diese geschlossen und die Klimaanlage eingeschaltet. Bei Klimaautomatik sollte eine nicht zu niedrige Temperatur gewählt werden.

Offene Fenster und Klimaautomatik zugleich ist nicht sinnvoll.

Licht

Licht braucht Energie aus der Batterie bzw. aus der Lichtmaschine. Letztere ist in modernen Autos nur dann in Betrieb, wenn der Energiebedarf es rechtfertigt.

Das Licht soll nur dann eingeschaltet werden, wenn die Lichtverhältnisse es ratsam erscheinen lassen.

Moderne Fahrzeuge verfügen über Lichtautomatik, d.h. das Licht schaltet sich automatisch je nach Lichtverhältnissen ein oder aus. Diese sollte verwendet werden.

Empfehlung: Lichtautomatik verwenden. Wenn nicht vorhanden, Licht nur dann einschalten, wenn dies notwendig ist.

Heizung

Sitz- oder Heckscheibenheizung verursachen einen Bedarf an elektrischer Energie, die über die Lichtmaschine abgedeckt wird. Die Lichtmaschine wird wiederum vom Verbrennungsmotor angetrieben. Das heißt, das Einschalten von elektrischer Heizung am Sitz oder an der Heckscheibe verursacht einen Mehrverbrauch.

Standheizung dient dem Vorwärmen des Motors und der Fahrgastzelle bei niedrigen Temperaturen. Die Standheizung wird mit Kraftstoff betrieben. Wird die Standheizung für das Aufwärmen des Motors benutzt, d.h. ca. 1,5 min., dann ist diese für den Kaltstart sehr hilfreich und hilft den Mehrverbrauch beim kalten Motor reduzieren. Die Gesamtbilanz ist dann positiv, wenn die Aufwärmzeit nicht zu lang ist und die Außentemperatur niedrig ist.

Verwenden Sie die Standheizung nicht zum regelmäßigen Enteisen des Fahrzeugs. Dafür sind Schutzfolien wirksamer.

Wie beim Hitzestau ist hier ein „Kältestau“  zu vermeiden. Parken Sie das Auto in einer geschützten Zone, z.B. neben einem Gebäude, unter einem Dach.

Auch Deutschland gibt es noch Gleichübergänge mit Schranken. Sollte diese zu sein, ist das kein Grund, den Motor während der Wartezeit, wegen der Kälte den Motor laufen zu lassen. Moderne Fahrzeuge verfügen über Restwärmeheizung. Benutzen Sie bitte diese.

Umgekehrt gilt dies für die Hitzeperioden mit der Klimaanlage. Lassen Sie bitte nicht den Motor laufen, nur damit die Klimaanlage betrieben wird. Offene Fenster reichen auch!

Empfehlung: Elektrische bzw. Standheizung nur in maßen verwenden. Restwärmeheizung an den Gleichübergängen benutzen.


3. Motortemperatur

Eine niedrige Motortemperatur verursacht einen Mehrverbrauch.

Kaltstarts aus 30 bzw. 30oC verursachen wiederum unterschiedlichen Mehrverbrauch, vgl. Erfahrungswerte Bild 1.

Nach einem Kaltstart sollte daher der Motor auf niedriger Leistung gehalten werden. Diese Phase kann durch eine Standheizung verkürzt werden, vgl. Heizung

Die Gestaltung dieser Warm-up Phase ist für den erzielten Verbrauch aber auch für die Lebensdauer der Motors von großer Bedeutung. Daher ist hier Sorgfalt geboten. Im Kapitel Fahrstil haben wir das Thema Warm-up ausführlich behandelt.

Empfehlung: fahren Sie beim kalten Motor niedertourig mit niedriger Motorlast. Lassen Sie den Motor kommen!

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Fahrstil

Fahrstil
Illustration: U. Stein/Uniroyal

Die Literatur („Ein Beitrag zur Prädiktion des Fahrstils“, Dr. B. Deml et al., VDI-Berichte Nr. 2015, 2007) unterscheidet im Wesentlichen zwischen drei Fahrstils:

  • Sportlich (Aggressiv)
  • Normal (Medium)
  • Entspannt (Ruhig, ökonomisch)

Diese Fahrstile lassen sich Menschen bzw. Fahrsituationen zuordnen. Jeder Fahrer beherrscht prinzipiell die drei Fahrstile. Der Unterschied in den Fahrertypen liegt vielmehr in der prozentualen Einteilung, d.h. wie häufig kommt ein bestimmter Fahrstil vor. Sportlicher Fahrer fahren meistens konzentrierter und bewusster. Wenn sie sich beherrschen, können auch leicht andere Fahrstile annehmen. Umkehrt ist es schwerer: wer überwiegend langsam fährt, ist nicht immer in der Lage sportlich zu fahren.

Für das Thema „Nachhaltigkeit“ brauchen wir einen neuen Fahrer, den ecoFahrer. Dieser fährt nicht langsam, sondern bewusst dynamisch-ökonomisch.

Was macht den ecoFahrer aus? Sein Fahrstil? Nein!

Der ecoFahrer hat die richtige Fahrzeugwahl getroffen, hat das Fahrzeug richtig konditioniert (Fahrzeugkonditionierung), nutzt moderne Informationstechnologie und hat einen intelligenten dynamisch-ökonomischen Fahrstil.


1. Informationstechnologie

Der Fahrer des 21. Jahrhundert nutzt ein Fahrerinformationssystem mit Bordcomputer und Navigationssystem.

Dank des Bordcomputers sind Werte wie Momentan- und Durchschnittsverbrauch bekannt.

Das Navigationssystem erfüllt vier Funktionen:

  • Streckenführung
  • Information über Verkehrsaufkommen
  • Information über Ziele wie Hotels, Tankstellen, usw.
  • Information über voraussichtliche Ankunftszeit und Entfernung zum Ziel

Diese Informationen sind unerlässlich für den ecoFahrer, wie wir nachher sehen werden.

Empfehlung: ein Navigationssystem ist für eine zeit- und verbrauchsorientierte Fahrweise sehr hilfreich.


2. Assistenzsysteme

Seit einigen Jahren verfügen viele Autos über Tempomat. Dieser ist für den dichten Verkehr auf unseren Autobahnen nicht sehr geeignet. Anders der Abstandsregeltempomat (ACC).  Dieser erkennt anhand von Sensoren den vorausfahrenden Verkehr und kann so die Sollgeschwindigkeit und den Abstand anpassen.

Der Vorteil hierbei liegt nicht nur an der Fahrsicherheit, sondern auch im Verbrauch.

Der Regler kann, was die menschlichen Muskeln nicht können: Gas konstant halten. Dies ermöglicht einen niedrigen Verbrauch.

Bei Fahrten auf flachen Strecken ohne vorausfahrenden Verkehr kann die Einsparung mit dem ACC bis zu 10% betragen. Den Gewinn an Fahrkomfort lassen wir hier außer acht.

Empfehlung: Benutzen Sie auf Autobahn einen Tempomat bzw. einen Abstandsregeltempomat (wenn vorhanden). Bestellen Sie beim nächsten Auto einen Abstandsregeltempomat. Nachträglicher Einbau ist auch möglich.


3. Intelligenter Fahrstil

Intelligenter Fahrstil ist ein besonnener Fahrstil: sich nicht von anderen Verkehrsteilnehmern beeinflussen, gar provozieren lassen.

Intelligenter Fahrstil bedeutet zielorientiert. Jede Fahrt hat ein Ziel in Ort und Zeit. Der intelligente Fahrer, der ecoFahrer, kombiniert Zeit und Verbrauch.

Ein intelligenter Fahrstil setzt ein informierter Fahrer voraus. Die nötige Information erhält er über das Navigationssystem: Verkehrsaufkommen und Ankunftszeit. Mit beiden Informationen und mit dem selbst definierten Zielverbrauch kann der Fahrer seine Fahrgeschwindigkeit bestimmen. Er kombiniert den Verbrauch mit der Ankunftszeit. Liegt diese vor dem geplanten Termin, kann die Geschwindigkeit auf den Verbrauch hin optimiert werden. Und umgekehrt. Beide Parameter Geschwindigkeit und Verbrauch werden im dynamisch-ökonomischen Fahrstil kombiniert.

Die Fahrgeschwindigkeit regelt der ecoFahrer über den Abstandsregeltempomat.

Empfehlung: legen Sie sich vor jeder Fahrt einen Zielverbrauch und eine Wunschgeschwindigkeit fest. Fahren Sie Ihren Rhythmus.


4. Maßnahmen zur Verbrauchssenkung

Landläufig versteht man unter Spartipps nur die fahrerseitigen Maßnahmen, die zur Verbrauchssenkung beitragen. FTronik betrachtet das Thema ganzheitlich: Fahrzeugauswahl, Fahrzeugkonditionierung und erst dann kommt der Fahrstil. Und hier nicht allein das menschliche Verhalten, sondern auch der Einsatz von moderner Technologie.

Als konkrete fahrerseitigen Maßnahmen zur Verbrauchssenkung werden folgende aufgelistet:

  • Gestaltung der Warm-up Phase
  • Vermeidung von häufigen Geschwindigkeitsänderungen: Bremsen & Beschleunigen
  • Vermeidung von Staus
  • Fahrrhythmus entwickeln


A. Warm-up Phase

Die Gestaltung der Warm-up Phase ist vergleichbar mit den Vorbereitungen auf einen Langlauf. Der Langläufer, z.B. der Marathonläufer, läuft sich vor dem Start warm. Warme Muskeln arbeiten geschmeidiger, reibungsloser. Beim Verbrennungsmotor ist bedingt durch die Schmierung und Reibung ähnlich. Ein kalter Motor braucht mehr Energie für die gleiche Leistung als ein warmer Motor. So wie beim Menschen!

Die Warm-up Phase ist in der Stadt, Landstraße oder Autobahn unterschiedlich und dies wiederum in Abhängigkeit von der Länge der geplanten Fahrstrecke. Bei einer längeren Fahrstrecke lohnt sich auch eine längere Warm-up Phase.

Stadt

In der Stadt sollten Sie zu Beginn eine ampelfreie Fahrstrecke vorziehen, auch wenn dies ein kleiner Umweg bedeutet. Versuchen Sie die ersten 2 bis 3 km kontinuierlich zu fahren, ohne Ampeln.

Nach ca. 5 km Fahrstrecke sollten Sie bei Ampelschaltungen, die über 1 min. auf Rot schalten, den Motor abschalten.

Fahren Sie in einem niedrigen Drehzahlband bis maximal 3000 U/min Otto und 2000 U/min Diesel.

Im Stadtverkehr wird der Motor erst nach ca. 20 km etwas warm. Richtig warm wird er in der Stadt selten. Dafür ist die kontinuierliche Motorleistung zu gering und die Pausen an den Ampeln zu lang.

Autos sind nicht für den Stadtverkehr konzipiert. Sollten Sie verstärkt im Stadtverkehr unterwegs sein, versuchen Sie einmal in der Woche auch außerhalb der Stadt zu fahren.

Nach der Warm-up Phase sollte das Auto im normalen Drehzahlband gefahren und mindestens einmal auf ca. 80% des zulässigen Drehzahlbereichs gebracht werden.

Landstraße

Auf Landstraße wird das Auto je nach Fahrprofil nach ca. 20 km warm. Bis dahin sollten Sie in einem niedrigen Drehzahlband fahren und starke Beschleunigungen vermeiden.

Konstante Fahrgeschwindigkeit ist hier sehr hilfreich. Das Drehzahlband sollte am Anfang nicht über 3000 U/min für Otto und 2000 U/min für Diesel liegen. Nach 10 km können Sie den Drehzahlbereich allmählich erhöhen.

Autobahn

Die Warm-up Phase streckt sich bei Autobahnfahrten auf ca. 30 km. Da auf Autobahnen teilweise hohe Fahrgeschwindigkeiten möglich sind, ist hier Zurückhaltung während der Warm-up Phase geboten. Daher ist es hier ratsam, langsamer anzufangen, z.B. 120 km/h, nach 20 km, 140 km/h usw. Der Effekt dieser anfänglichen Zurückhaltung merken Sie deutlich in der Verbrauchsanzeige.

Empfehlung: Warm-up Phase auf der Autobahn nicht kürzer als 30 km gestalten.


B. Vermeidung von häufigen Geschwindigkeitsänderungen: Bremsen & Beschleunigen

Ein Bremsvorgang vernichtet die mühsam erarbeitete kinetische Energie. Wenn das Auto über keine rekuperative Bremse verfügt, dann wird diese Energie allein in Wärme an den Bremsscheiben umgewandelt und hier dann „vom Winde verweht“. Schade um die Energie!

Die Vermeidung von unnötigen Bremsvorgängen oder deren Reduktion in Höhe und Häufigkeit auf ein Minimum ist die hohe Kunst des Fahrkönners, des ecoFahrers. Dafür ist eine Fahrweise mit Übersicht notwendig, d.h. erkennen von sich anbahnenden Situationen. In der Stadt heißt dies auf Ampelschaltungen weiträumig achten, den Verkehrsfluss aufwärts beachten. Folgen Sie nicht blind Ihrem Vordermann. Achten Sie auf ca. 4 bis 5 Autos im Voraus. Dies gilt ins besondere für die Autobahn. Damit reduzieren Sie den Verbrauch und vermeiden Sie die Staubildung.

Beschleunigungsvorgänge machen einfach Spaß! Sie sind aber leider teuer, d.h. sie erhöhen massiv den Verbrauch. Daher sollten Sie damit sorgsam umgehen. Beschleunigen so wenig wie möglich und so viel für nötig. Im Sinne von Fahrspaß sollten Sie sich einige Beschleunigungsphasen gönnen. Diese machen jedoch nur bei Sportautos richtig Spaß. Das Beschleunigungsvermögen üblicher Autos ist eher bescheiden!

Empfehlung: Beschleunigen Sie lieber im Ausgang einer Kurve mit dem 2. Gang auf der Landstraße und nicht mit dem 6. Gang bei Endgeschwindigkeit auf der Autobahn: Sie haben mehr davon!


C. Vermeidung von Staus

Staus gehören zum Alltag. Staus lassen sich jedoch umfahren. Dafür sind moderne Navigationssysteme mit Karte und aktualisierten Verkehrsmeldungen außerordentlich hilfreich.

Darüber hinaus ist die Auswahl der Fahrzeit und der Strecke von größter Bedeutung.

Wer zu Beginn der Ferien eine Reise antritt oder Samstag von München nach Salzburg auf der A8 fahren will, riskiert einen massiven Stau. Und hier hilft ein Navi kaum.

Empfehlung

Regel 1: Fahren Sie zeitlich und räumlich anders als die Anderen (soweit möglich).

Regel 2: Informieren Sie sich über das Verkehrsaufkommen vor der Abfahrt.

Regel 3: Fahren Sie immer mit eingeschalteten Navigationssystem auch wenn Sie die Strecke kennen. Dadurch erhalten Sie streckenspezifische Verkehrsinformationen.

Zur Regel 2 wäre es wünschenswert, wenn die Automobilhersteller hierfür einen Dienst für Autofahrer mit Navigationssystem anbieten würden. Dieser Dienst sähe folgendermaßen aus:

  • Im Navigationssystem wird ein Fahrtziel mit einer Abfahrtzeit vor dem Verlassen des Fahrzeugs eingestellt (vergleichbar mit einer Standheizung).
  • Das Navigationssystem erhält auch beim abgestellten Fahrzeug Verkehrsnachrichten (Stand der Technik).
  • Bei ungünstigen Verkehrsnachrichten informiert das Navigationssystem per SMS den Fahrer, dass hohes Verkehrsaufkommen oder gar Staus vorliegen. Eine Fahrt zu einem früheren Zeitpunkt (wegen Umwege) ist notwendig.
  • Der Fahrer startet dann aufgrund dieser Information die Fahrt früher und erreicht sein Ziel dadurch pünktlich.

Eine Ergänzung dazu wäre das gleiche Navigationssystem im PC des Fahrers. Dadurch erhält dieser die Information, bevor er ins Auto einsteigt. Dies reduziert die Unsicherheit bezüglich Ankunftszeit zum Fahrtziel.

Der Schwachpunkt heutiger Navigationssysteme ist jedoch die Zuverlässigkeit und Aktualität der Verkehrsnachrichten.

Es ist davon auszugehen, dass sich die Lage in den nächsten wenigen Jahren ändern wird, u.a. TomTom sei dank.


D. Fahrrhythmus entwickeln

Der Fahrstil ist die Fortsetzung des Lebensstils. Wer langsam geht, isst, arbeitet, fährt auch langsam. Und umgekehrt. Bleiben Sie sich treu.

Entwickeln Ihren Fahrrhythmus. Dieser betrifft Ihre Richtgeschwindigkeit auf Geraden und insbesondere auf Kurven.

Suchen auf kurvenreichen Strecken die Ideallinie. Versuchen Sie den Kurvenradius zu vergrößern, d.h. schneiden Sie die Kurven. Die Fahrweise wird komfortabler, sparsamer, ruhiger.

Halten Sie ausreichenden Abstand zum Vordermann und beobachten Sie den Verkehr ca. 5 Autos vor Ihrem Vordermann. Gehen Sie prädiktiv vom Gas.

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